Vortrag: „Emanzipatorische Praxis benötigt dialektisches Denken“

Vortrag von Alex Demirovic
Donnerstag, 14.11.2019, 19 Uhr
Aquarium am Kottbusser Tor, Skalitzer Strasse 6

Dialektik gilt als schwierig, als ein einschüchternder und anstrengender philosophischer Begriff. Deswegen wurde und wird in der Linken auf ihn verzichtet; manche kritische Autoren haben sich geradezu
dem Bezug auf Dialektik entgegengestellt. Im Vortrag wird die These
vertreten, dass dieser Verzicht die emanzipatorische Erfahrung der
Wirklichkeit und des Denkens blockiert.

Denn es geht bei Dialektik nicht um philosophisches Seminarwissen. Das
Verständnis von Dialektik hilft, Widersprüche wahrzunehmen und sie in
ihrer Dynamik genauer zu verstehen. Der Begriff der Dialektik erweist
sich als notwendig, die schnellen Veränderungen in kapitalistischen
Gesellschaften, die plötzlichen Verdichtungen der Kräfteverhältnisse zu
begreifen. Schließlich macht er es möglich, die Bereichslogiken des
Kapitalismus (z. B. Warenproduktion, Finanzkapital, ökologische Krise,
Geschlechterverhältnisse, Rassismus) in ihrem Zusammenhang zu denken und so – anders als in der Linken vielfach üblich – den Kapitalismus als ein
Ganzes zu kritisieren.

Der Vortrag wird sich an Überlegungen der marxistischen Autoren Adorno
und Althusser orientieren.

Die Veranstaltung wird vom Arbeitskreis materialistische Dialektik
(Berlin) organisiert, der dem Vortrag mit einer kritischen Replik
entgegnen wird. Nach der Stellungnahme des Referenten gibt es viel Raum
zur Diskussion.

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